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Was ist sozialer Druck?

Wenn im Alltag über Druck gesprochen wird, hat jede Person eine eigene Vorstellung davon, was man darunter versteht, denn es gibt verschiedene Arten von sozialem Druck. Egal ob als Kind oder als Masterstudent: Die Erwartungen unserer Gesellschaft haben einen signifikanten Einfluss auf uns und die Menschen um uns herum und formen Weltsicht, Normen und Erwartungen.

Äußerliche Erscheinung, Kultur, Leistung, zwischenmenschliche Verhältnisse – das alles bringt eine gewisse Erwartungshaltung mit sich, die von Gesellschaften geprägt wird. Wir versuchen täglich mit diesen Einflüssen klar zu kommen. Im Laufe der Zeit verbessert sich unser Verständnis der Normen und Erwartungen in unserer Gesellschaft und wie uns diese bewusst oder unbewusst beeinflussen. Jede Person macht ihre eigenen Erfahrungen mit diesen Einflüssen. Für manche sind diese gesellschaftlichen Erwartungen etwas selbstverständliches, für andere ist es eine Quelle von Stress, Aufregung und Sorge. Aber ist es dieselbe Erfahrung für jede Person? Was verstehen wir überhaupt unter dem sozialen Druck?

Zu diesem Konzept gibt es verschiedene Definitionen. In der Forschung werden Begriffe wie “peer pressure” und “social pressure” (Moldes, 2019) verwendet, die beschreiben, wie Menschen das Handeln anderer Menschen beeinflussen. Diese beiden Begriffe grenzen den Forschungsfeld des sozialen Drucks zwar ein, zeigen jedoch, wie vielschichtig und komplex das Thema ist. Einige Studien untersuchen die Zusammenhänge, Wirkungen und Einflüsse verschiedener sozialer Gruppen und wie sich diese Faktoren auf die Leistung (Ličen, 2016) und Lebensqualität von Personen auswirken (Helfert / Warschburger, 2013). Einer von vielen Lösungsansätzen, der bei negativen Effekten des sozialen Drucks Abhilfe schaffen soll, ist das Mentoring jüngerer Generationen durch Lehrer und Eltern (Murugesan, 2019). Doch nicht jede Studie bietet einen klaren Ansatz und nicht jede Studie hilft jedem Menschen gleichermaßen gut mit gesellschaftlichem Stress umzugehen.

Trotz fehlender Tabuisierung werden nur selten konstruktive Gespräche und Diskussionen darüber geführt, wie junge Menschen mit diesem Druck umgehen. Wir kennen es alle: Eltern, die unzählige Male danach fragen, was man denn nach dem Abitur mache. Bekannte, die wissen wollen, wohin es denn beruflich gehen soll nach dem Studium. Fragen über Fragen, aber keine Hilfestellungen.

Unser Projekt UNDER PRESSURE ist interessiert an einer Aktualisierung des Diskurses um Druck. Wir wollen neue Konversationen starten und mit Hilfe aktueller Medienplattformen individuelle Erfahrungen mitteilen. Uns interessieren persönliche Perspektiven junger Menschen, welche Arten von Druck am stärksten gespürt und wie Erwartungshaltungen unserer Gesellschaft eingeschätzt werden.

Ihr seid nicht allein. Lasst uns drüber reden.

Quellenverzeichnis:

Helfert, Susanne / Warschburger, Petra (2013): The face of appearance-related social pressure: gender, age and body mass variations in peer and parental pressure during adolescence. https://capmh.biomedcentral.com/articles/10.1186/1753-2000-7-16 (02.07.2020)

Ličen, Mina et al. (2016): The Impact of Social Pressure and Monetary Incentive on Cognitive Control. https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyg.2016.00093/full (02.07.2020)

Moldes, Vangie M. et al. (2019): Students, Peer Pressure and their Academic Performance in School. http://www.ijsrp.org/research-paper-0119/ijsrp-p8541.pdf (02.07.2020).

Murugesan, Suresh Kumar et al. (2019): Exploring the Peer Pressure among Youth. 

https://www.researchgate.net/publication/333667831_EXPLORING_THE_PEER_PRESSURE_AMONG_YOUTH (02.07.2020).

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